• Häufig gestellte Fragen zu SARS-CoV-2 und der COVID-19-Diagnostik

Nachfolgend finden Sie die Antworten zu häufig gestellten Fragen zu SARS-CoV-2 und den Tests von EUROIMMUN für die Diagnostik von COVID-19.


SARS-CoV-2

Was sind Coronaviren?

Coronaviren bilden eine große Virusfamilie, deren Vertreter sowohl Menschen als auch Tiere, beispielsweise Vögel und Säugetiere, infizieren können. Eine Infektion mit Coronaviren kann zu einfachen Erkältungskrankheiten, aber auch zu schweren, mitunter tödlichen Erkrankungen führen. Die beiden hochpathogenen Viren SARS-CoV und MERS-CoV verursachen beim Menschen ein schweres respiratorisches Syndrom. Ansteckungen mit den anderen vier humanpathogenen Coronaviren (HCoV-NL63, HCoV-229E, HCoV-OC43 und HKU1) führen oftmals nur zu leichten Infekten der oberen Atemwege. Bei Säuglingen, Kleinkindern und älteren Personen kann es jedoch auch zu schweren Infektionsverläufe kommen.

Wie wird SARS-CoV-2 übertragen?

SARS-CoV-2 wird hauptsächlich durch Tröpfcheninfektion beim Husten oder Niesen und bei engem Kontakt mit infizierten Patienten übertragen. Gesundheitspersonal und Familienangehörige gehören zu den Hochrisikopopulationen.

Was sind die Symptome von COVID-19?

Die Symptome einer SARS-CoV-2-Infektion sind Fieber, Husten, Atembeschwerden und Erschöpfung. Die meisten Patienten leiden unter einer leichten fieberhaften Erkrankung mit unregelmäßigen Lungeninfiltraten, ein Teil der Patienten, vor allem alte und chronisch kranke Menschen, entwickelt ein schweres akutes Atemnotsyndrom (Acute Respiratory Distress Syndrome, ARDS) mit tödlichem Ausgang. Der derzeitig geschätzte Anteil der Todesfälle liegt bei etwa 3 Prozent. Die Erkrankung, die durch SARS-CoV-2 hervorgerufen wird, wurde im Februar 2020 von der WHO „COVID-19“ (Coronavirus 2019) genannt.

Wie wird eine Person auf COVID-19 getestet?

Labortests für die Diagnostik einer SARS-CoV-2-Infektion umfassen zum einen die Polymerasekettenreaktion (PCR) aus Abstrichen der oberen und unteren Atemwege (bronchoalveoläre Lavage, Trachealsekret, Sputum, Nasopharyngealsekret, Oropharyngealsekret usw.) zum direkten Nachweis des Virus. Sie dient der ersten labordiagnostischen Untersuchung von Patienten mit Verdacht auf eine SARS-CoV-2-Infektion. Zusätzlich gibt es serologische Tests für den Nachweis von Antikörpern gegen SARS-CoV-2 im Blut. Der Antikörpernachweis stellt eine ideale Ergänzung zum Erregerdirektnachweis dar. Er unterstützt die Diagnose einer SARS-CoV-2-Infektion und dient der Bestätigung der PCR-Ergebnisse. Darüber hinaus ist die Bestimmung von Antikörpern bei der Abklärung von SARS-CoV-2-Verdachtsfällen ohne Symptomatik oder mit negativem Direktnachweis von Bedeutung. Neben dem Einsatz in der Diagnostik können die serologischen Tests zur Erhebung epidemiologischer Daten und zur Ausbruchskontrolle verwendet werden.

Wo gibt es weitere Informationen über SARS-CoV-2 bzw. COVID-19?

Robert-Koch-Institut (RKI) https://www.rki.de


EUROIMMUN-Tests für die COVID-19-Diagnostik

Sind die SARS-CoV-2-Tests von EUROIMMUN zugelassen?

Sowohl der EURORealTime SARS-CoV-2 als auch die Anti-SARS-CoV-2-ELISA (IgA und IgG) und der Anti-SARS-CoV-2-NCP-ELISA haben ein CE-Kennzeichen und können für die Diagnostik von COVID-19 eingesetzt werden. Der Anti-SARS-CoV-2-ELISA (IgG) und auch der EURORealTime SARS-CoV-2 wurden außerdem von der US-amerikanischen Lebensmittelüberwachungs- und Arzneimittelbehörde FDA im Rahmen einer Emergency Use Authorization (EUA) für die Verwendung durch autorisierte Laboratorien zugelassen. Der Anti-SARS-CoV-2-ELISA (IgG) ist zudem durch die brasilianische Behörde für Gesundheitsüberwachung ANVISA zugelassen.

Wo können Sie sich testen lassen?

 

Unsere Tests werden ausschließlich in Laboratorien durchgeführt. Die benötigten Proben (Blut, Abstrich etc.) werden von einem Arzt, z. B. Ihrem Hausarzt, entnommen und dann in entsprechende Laboratorien geschickt.

Gerne können Sie sich mit Ihrer Anfrage an das Klinisch-immunologische Labor Prof. Dr. med. Winfried Stöcker (Seekamp 31, 23560 Lübeck) wenden, das die Antikörpertests durchführt.

 

 

Wo können Sie unsere Tests für die COVID-19-Diagnostik beziehen?

EUROIMMUN ist eine der ersten Firmen, die mit den Anti-SARS-CoV-2-ELISA (IgA und IgG) bereits im März 2020 CE-gekennzeichnete Testsysteme zum Nachweis von Antikörpern gegen SARS-CoV-2 anbieten konnte. Unser Angebot an Antikörpertests für die COVID-19-Diagnostik wurde inzwischen um den CE-gekennzeichneten Anti-SARS-CoV-2-NCP-ELISA (IgG) erweitert. Auch unser PCR-Test, der EURORealTime SARS-CoV-2, verfügt über eine CE-Kennzeichnung. Sowohl die ELISA als auch der PCR-Test sind für Labore konzipiert und werden aktuell nur an diese vertrieben. Es handelt sich nicht um Schnelltests für eine Anwendung durch Privatpersonen.

Sollten Sie ein Angebot für unsere Tests wünschen, wenden Sie sich bitte an order-delete-@euroimmun.de.

Können auch Privatpersonen diese Tests durchführen?

Bitte beachten Sie, dass es sich bei unseren Methoden nicht um Schnelltests handelt und diese nicht zur Eigenanwendung bestimmt sind. Unsere Anti-SARS-CoV-2 ELISA (IgA und IgG) und der Anti-SARS-CoV-2-NCP-ELISA (IgG) sind für die Untersuchung großer Probenmengen ausgelegt und ihre Anwendung setzt eine gewisse Laborausstattung voraus. Auch unser PCR-Test, der EURORealTime SARS-CoV-2 ist ebenfalls ein für Labore konzipierter Test.

Kassettenbasierte Schnelltests zur Eigenanwendung können einige technische Limitationen, z. B. hinsichtlich Sensitivität oder Spezifität, aufweisen. Wir bieten aus diesem Grund keine Schnelltests an.

Sollten Sie den Verdacht haben, sich mit SARS-CoV-2 infiziert zu haben, sprechen Sie Ihren Hausarzt auf eine Laboruntersuchung an.

Was sind die Anwendungsgebiete der RT-PCR (Erregerdirektnachweis) und der ELISA (Antikörperbestimmung) in der COVID-19-Diagnostik?

Der Direktnachweis des Erregers mittels RT-PCR ist die Methode der Wahl zur Feststellung einer akuten Infektion. Sie ermöglicht selbst bei subklinischen oder asymptomatischen Verläufen einen Erregernachweis wenige Tage nach dem Viruskontakt. Das Virus kann bis zu 14 Tage nach dem Einsetzen der Symptome detektiert werden. Sobald jedoch eine Immunreaktion einsetzt, verringert sich die Viruslast und die Sensitivität dieser Testmethode sinkt. Das Virus kann dann nicht länger in allen Infizierten nachgewiesen werden.

Die Serologie, d. h. die Antikörperbestimmung, erweitert das Zeitfenster der Diagnose über die ersten ein bis zwei Wochen hinaus. Mit ihrer Hilfe können diejenigen identifiziert werden, die eine (nicht mehr akute) bestehende oder eine vergangene Infektion mit SARS-CoV-2 aufweisen.

Zudem enthält die im Anti-SARS-CoV-2-ELISA verwendete S1-Domäne des Spike-Proteins die Rezeptorbindungsstelle (RBD) von SARS-CoV-2, mit der das Virus an menschliche Zellen bindet. Insbesondere IgG-Antikörper gegen die S1-Domäne/RBD könnten daher eine virusneutralisierende und damit schützende Funktion erfüllen.

 

 

Zu welchem Zeitpunkt der Infektion können die RT-PCR bzw. die ELISA eingesetzt werden?

Die WHO vermutet für SARS-CoV-2 eine Inkubationszeit von 1 bis 14 Tagen, in den meisten Fällen beträgt sie ca. 5 Tage. Dies ist die Zeitspanne, die zwischen dem Kontakt mit dem Virus und dem Einsetzen der ersten Symptome liegt.

Auch wenn es derzeit noch an umfangreichen Studien mangelt, geht man davon aus, dass sich das Virus direkt nach Symptombeginn in Abstrichen der oberen Atemwege mittels RT-PCR nachweisen lässt.

Antikörper werden grundsätzlich bei Viruserkrankungen erst nach frühestens einer Woche, oft sogar erst nach zwei Wochen nach Einsetzen der Symptome gebildet und sind auch erst dann nachweisbar.

Spezifische IgG-Antikörper lassen sich mit hoher Sensitivität mit dem Anti-SARS-CoV-2-ELISA (IgG) bzw. dem Anti-SARS-CoV-2-NCP-ELISA (IgG) ab ca. 10 Tagen nach Symptombeginn nachweisen, wobei IgG-Antikörper gegen das Nukleokaspidprotein (NCP) häufig wenige Tage vor Anti-S1-IgG-Antikörpern auftreten. Ein positives Testergebnis bestätigt einen vermuteten Viruskontakt. Der Anti-SARS-CoV-2-ELISA (IgA) eignet sich zur frühzeitigen Überwachung der Entwicklung einer Immunantwort nach positivem Direktnachweis, wenn noch keine spezifischen IgG-Antikörper gebildet wurden.

Erlauben die Testergebnisse der EURORealTime SARS-CoV-2 und der Anti-SARS-CoV-2-ELISA (IgA und IgG) bzw. Anti-SARS-CoV-2-NCP-ELISA (IgG) Rückschlüsse auf die Infektiosität oder Immunität einer infizierten Person?

Solange Viren in den Sekreten der Atemwege durch PCR nachweisbar sind, ist auch von einer Infektiosität des Patienten auszugehen.

Mit der ELISA-Technik kann nicht unterschieden werden, ob die nachgewiesenen Antikörper eine neutralisierende Wirkung auf den Erreger zeigen oder nicht. Inwiefern also die mit einem ELISA gemessenen IgG-Antikörper Rückschlüsse auf die Immunität eines Patienten liefern können, ist derzeit noch Gegenstand der wissenschaftlichen Forschung. Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass für die Immunität aber vor allem Antikörper der Klasse IgG eine Rolle spielen, wie sie mit unserem Anti-SARS-CoV-2-ELISA (IgG) (dieser basiert auf der S1-Domäne des Spike-Proteins , inklusive der immunologisch relevanten Rezeptorbindungsdomäne (RBD), als Antigen). Darauf weisen auch die gerade publizierten Ergebnisse aus der sog. „Heinsberg-Studie“ der Universität Bonn hin, in der die hohe Qualität des EUROIMMUN-Anti-SARS-CoV-2-ELISA (IgG) deutlich wird und die zeigt, dass der ELISA sehr gut mit Neutralisationstests korreliert.

Können mit den Tests von EUROIMMUN SARS-CoV-2-Infektionen von Infektionen mit anderen Coronaviren unterschieden werden?

EURORealTime SARS-CoV-2: Dank des Nachweises zweier spezifischer Gensequenzen des Virus können SARS-CoV-2-Infektionen verlässlich identifiziert und von anderen Coronavirus-Infektionen abgegrenzt werden.

Anti-SARS-CoV-2-ELISA: Bei der Validierung der ELISA konnten keine Kreuzreaktionen mit Antikörpern gegen weltweit auftretenden Coronaviren beobachtet werden.

Welche spezielle Laborausstattung wird für die Durchführung der Anti-SARS-CoV-2-ELISA (IgA und IgG) bzw. des Anti-SARS-CoV-2-NCP-ELISA (IgG) und des EURORealTime SARS-CoV-2 benötigt?

Anti-SARS-CoV-2-ELISA/ Anti-SARS-CoV-2-NCP-ELISA: Photometer, 37°C-Inkubator; Für den serologischen Nachweis bieten wir die CE-gekennzeichneten Anti-SARS-CoV-2-ELISA zur separaten Detektion der Immunglobulinklassen IgA und IgG an. Die Testsätze enthalten jeweils eine 96-Well-ELISA-Mikrotiterplatte (vereinzelbare Riegel ermöglichen eine Anpassung auf die tatsächlich zu untersuchende Probenanzahl) und alle für die Durchführung benötigten Reagenzien und Kontrollmaterialien. Je nach Anzahl der pro Testlauf untersuchten Seren können mit einer Verpackungseinheit bis zu 93 Patientenproben analysiert werden. Die Testsätze sind analog zu anderen ELISA manuell durchführbar. Selbstverständlich können die ELISA vollautomatisiert mit unseren EUROIMMUN Analyzer I und I-2P (Analyzer I: bis zu 7 Mikrotiterplatten, bis zu 180 Proben pro Testlauf, Zeit bis zum letzten Ergebnis 4:20 h bei Bestimmung von IgG) sowie der EUROLabWorkstation ELISA (bis zu 15 Mikrotiterplatten, bis zu 696 Proben pro Testlauf, Zeit bis zum letzten Ergebnis 3:28 h bei Bestimmung von IgG) abgearbeitet werden.

EURORealTime SARS-CoV-2: Der Test ist mit Standard-Equipment (Real-Time-PCR-Thermocycler) kompatibel, wie es in den meisten molekulardiagnostischen Laboren vorhanden ist. Der EURORealTime SARS-CoV-2 wurde auf folgenden Real-Time-PCR-Cyclern validiert: 7500 Fast Real-Time PCR Instrument (Applied Biosystems), LightCycler® 480 II (Roche), CFX 96 Touch (Bio-Rad). Andere Real-Time-PCR-Cycler sind selbstständig zu validieren.

Welche RNA-Extraktionsmethoden können für den EURORealTime SARS-CoV-2 verwendet werden?

Die RNA-Extraktion kann mit jeder Methode (automatisiert oder manuell) durchgeführt werden, die für die verwendeten Probenmaterialien geeignet und validiert ist. Der EURORealTime SARS-CoV-2-Test ist mit dem QIAamp Viral RNA Mini Kit (Qiagen), dem NucleoMag® VET Kit (Macherey-Nagel) und dem CMG-2015 Prepito Viral DNA/RNA200 Kit (Chemagen) validiert worden.

Welches Probenmaterial kann für den EURORealTime-SARS-CoV-2 eingesetzt werden?

Die Validierung des EURORealTime SARS-CoV-2 erfolgte mit RNA-Präparationen aus Rachenabstrichen. Andere Probenmaterialien als Quelle für die RNA können ebenfalls verwendet werden, müssen aber vom Anwender selbst validiert werden.

Wie lange dauert es, bis ein Testergebnis vorliegt?

Hier sind insbesondere die Zeiten zu berücksichtigen, die der Versand einer Probe in ein Labor in Anspruch nimmt. Ebenso spielen die Laborkapazitäten eine Rolle. Die reine Testdurchführung dauert bei den Anti-SARS-CoV-2-ELISA (IgA und IgG) bzw. dem Anti-SARS-CoV-2-NCP-ELISA (IgG) ca. 2 Stunden und beim EURORealTime SARS-CoV-2 ca. 1,5 Stunden.

Welches Antigen wird in den Anti-SARS-CoV-2-ELISA (IgA und IgG) bzw. dem Anti-SARS-CoV-2-NCP-ELISA (IgG) eingesetzt?

Die Anti-SARS-CoV-2-ELISA (IgA und IgG) basieren auf der S1-Domäne des Spike Proteins (S), das in einem aufwendigen Verfahren mit einer humanen Zelllinie hergestellt wird. Durch dieses Verfahren wird die Darstellung komplexer dreidimensionaler Strukturen sowie posttranslationaler Glykosylierungen gewährleistet, weswegen auch Antikörper detektiert werden können, die ausschließlich mit authentischen Epitopen von SARS-CoV-2 reagieren. Durch die Verwendung dieses Antigens können mit den Anti-SARS-CoV-2-ELISA (IgA und IgG) Antikörper mit hoher Sensitivität und Spezifität nachgewiesen werden. Zusätzlich enthält die S1-Domäne die Rezeptorbindungsstelle (RBD) von SARS-CoV-2, mit der das Virus an menschliche Zellen bindet. Insbesondere IgG-Antikörper gegen die RBD/S1-Domäne könnten eine virusneutralisierende und damit schützende Funktion erfüllen (Frage der Immunität ist weiterhin Gegenstand intensiver Forschung).

Der Anti-SARS-CoV-2-NCP-ELISA (IgG) basiert auf einer modifizierten Variante des besonders immunogenen viralen Nukleokapsidproteins (NCP). Antikörper gegen das Nukleokapsidprotein sind typische Marker für Infektionen mit SARS-CoV-2. Das Nukleokapsidprotein in voller Länge weist jedoch viele Homologien innerhalb der Coronavirus-Familie auf, weswegen das Auftreten unspezifischer (falsch positiver) Reaktionen mit Antikörpern gegen andere weltweit zirkulierende humanpathogene Coronaviren nicht ausgeschlossen werden kann. Aus diesem Grund verwendet EUROIMMUN in seinem Anti-SARS-CoV-2-NCP-ELISA (IgG) anstelle des gesamten Proteins ein Designer-Antigen, bei dem unspezifische konservierte Regionen eliminiert wurden.